Käfigmenschen

Man muss an einer Beziehung arbeiten. Blödsinn. Man kann immer nur an sich selbst arbeiten. Und selbst wenn einem jemand anderer dabei hilft, man reibt sich entweder immer wieder an den selben Dingen auf oder es wird fad. Jede Beziehung stagniert irgendwann.

Und den Kindern werden sämtliche Dämonen übertragen, sie mischen sich nur neu. 

Manche Kinder bekommen nicht nur eine verkorkste Beziehung mit, sondern gleich mehrere. Wieso Ihnen etwas vormachen, uns etwas vormachen? Nur indem die Gemeinschaft sich um die Kinder kümmerte, würden sie zu Menschen innerer Größe. Wir halten uns selbst ewig klein in unserer nicht artgerechten Haltung.

Ich hatte viele Nachhilfeschüler und -schülerinnen. Sie alle hatten eines gemeinsam: sie dachten sie wären dumm (bis auf eine, die war leider tatsächlich dumm). Das ist unmenschlich. Wie können wir nur an einem, nicht nur Schul-, System festhalten, das fast allen das Gefühl gibt, dumm oder faul oder hässlich zu sein oder einfach nicht richtig dazu zu passen. Es dauert Jahrzehnte bis einige wenige, die sich dessen intensiv widmen, begreifen, dass niemand dazu passt. Da rein passt. Nach ganz vielen vorgegebenen Fehlern und nur bei Lernbereitschaft. 

Ewige Unsicherheit. Nährboden abartiger Ideologien, Gewalt, psychisch oder physisch. Nichts haben wir gelernt. Denn wir haben die Mechanismen nicht einmal beobachtet. Und aufgeschrieben haben wir nur die Resultate, ohne deren Quelle.

Warum hat judas Jesus verraten?

  • weil es seine Bestimmung war – genau! Mhm, ganz sicher

Nicht.

Wir wissen es nicht. Und denen, die es wussten, die ihn in Schutz nahmen, schenkte niemand Gehör. 

Alle wissen der Fritzl war ein böser Mensch. Wer, bis auf die Psychologen fragt warum? Und wer, bis auf eine Handvoll Menschen, hat die Information? Sie bleibt verborgen oder geht verloren. Übrig bleibt nur die Geschichte des traurigen Resultats.

Keiner traut sich zu sagen er sei auch ein Opfer. Opfer Täter, die Rollen werden nur ein einziges Mal vergeben. 

Träger Geist.

Wer entscheidet darüber? „Die Gesellschaft“? Nein, die, die am schnellsten sind im verurteilen.

Nicht die besten. 

Man klammert sich ja nur deswegen an die Beziehung, weil man sonst allein ist. Allein leben ist nicht menschengerecht. Und dennoch ist die einzige Möglichkeit nicht allein zu leben die Wohngemeinschaft, die aber nicht als Dauerlösung etabliert ist und das zu 2t-sein. Und oder mit Kindern. Wieviel %der Kinder leben bei nur einer erwachsenen Person? Wie Verstoßene.

Die meisten wählen das zu zweit sein. Zu 2t glücklich für immer. Das ist das Ziel. Das einzige Ziel. Das, worauf man alle Energie ver(sch)wendet, das, was jeder will, das, was funktionieren soll. Muss! „Wünscht du dir nicht auch Familie?“ Äh, nein, ich wünsch mir viel mehr, aber wenn dieses vorgefertigte Konstrukt alles ist, worauf ich hoffen darf..

Bist du glücklich? Nein, ich bin zufrieden, ich bin verheiratet, habe 2, 3 gesunde Kinder, was will man mehr? Was will man mehr? Was darf man mehr wollen? Nichts. Mehr, was anderes, geht nicht.

Ich wünsche mir Liebe, Sex und Zärtlichkeit ohne Angst. Ohne Angst, verlassen zu werden (Eheschwur), ohne Angst allein mein Kind großziehen zu müssen. Ich wünsche mir, dass mein Kind, alle Kinder, sich frei bewegen dürfen und nicht allein mit mir in 4 mehr oder weniger großen Wänden umgeben von weiteren oder weniger weiten, hohen oder weniger hohen Zäunen. Ich wünsche mir, dass nicht ich zu 100%, 24h am Tag, 7 Tage die Woche dafür verantwortlich bin, dass sie beschützt sind. Ich wünsche mir, dass ich sie und mich nicht 14 bis 18 Jahre einsperren oder einsperren und überwachen lassen muss. Ich wünsche mir, dass die Gesellschaft Ihnen mehr Schutz gibt als sie bedroht oder gefährdet. 

Kinderspielplätze. Wie Hundeauslaufzonen. Dort und nur dort.

Die Beengtheit macht uns zu Tieren. Käfighühner mit Pkws. Käfigmenschen.

Ich wünsche mir, dass, wenn ihnen was angetan wird, nicht ich schuld bin, sondern derjenige, der es getan hat. Und diejenigen, die zusahen. Und nichts sagten. Denn es war ja nicht ihr eigenes Kind. Also egal. Wie abgekoppelt müssen wir uns noch machen, um ganz zu entmenschlichen? Ein Hund tötet ein Kind. Die Besitzerin Alkoholikerin. Der Hund war sicher zuvor schon auffällig. Nichts.

In solch eine Welt setze ich erst gar kein Kind. Das Problem ist nur, mein Mitgefühl ist bei allen Kindern, nicht nur den mit mir Verwandten. Wir tun alles für unsere Gene, die Gene der anderen sind uns wurscht und immer wurschter. Je mehr Wohlstand wir haben, desto besser können wir dieser Wurschtigkeit nachkommen. Wir bleiben sowieso am liebsten unter uns. Dabei existiert dieses „unter uns“ ja nur, weil wir uns nicht verbinden! Wenn wir nämlich miteinander leben würden, wäre „unter uns“ eine viel größere Gemeinschaft. Wenn sie doch wenigstens bis in die Nachbarschaft ragen würde! Ich habe es einmal probiert, ich ließ die Tür offen. Der einzige, der reinkam war der Nachbarshund. Ich hab mich gefreut, der Nachbar sich entschuldigt. Selbst, wenn also eine Tür offen ist, darf man nicht reingehen. Das tut man nicht. Weiß doch jedes Kind.

Ich wünsche mir, dass das kein Kind weiß oder vielmehr, dass das kein Kind wissen muss. 

All das wünsche ich mir. Und das hat alles nichts damit zu tun, mich fortpflanzen zu müssen.

„Wünschst du dir denn keine Familie?“ Abgesehen davon, dass das linguistisch betrachtet eine hinterlistige Suggestion ist, die den anderen in eine Rechtfertigungsposition drängt: „ich habe nicht das Bedürfnis mich fortzupflanzen, das machen andere besser. Ich habe keine Angst vorm Alleinsein. Du?“ 

„Kinder geben einem so viel Liebe“. 

Und schließlich wünsche ich mir, dass ich nicht Kinder kriegen muss um geliebt zu werden. Und das habe ich bereits. 

Bei Männern ist die Angst vorm Alleinsein (naturgemäß) viel größer als bei Frauen. Noch ein Hinweis auf das warum der hauptsächlich patriarchalen Gesellschaftsstrukturen.

In Matriarchaten leben die Männer bei ihren Müttern. So bekommen sie keine Angst. So werden sie nicht gewalttätig. Geht gar nicht.

Wie oft sehen die Kinder den Vater? Nach einer Trennung häufiger als davor. Ernährer und Gebährer, nein, das ist mir zu wenig, als Kind der Generation Y.