Die Dekadenz

Sie leben in Villen
Mit Pool und Dachterrasse
Oh wie ich sie hasse
Sie sagen sie sind Christen
Doch sie lieben ihren Nächsten nicht,
Sie lieben nur ihre nächsten.

Ihre nächsten nur, ihre Kinder und Verwandten
Bekommen die guten Jobs
Haben eine Perspektive
Ich habe Mitte des Monats nichts mehr
Nicht mal Oliven

Sie geben nichts, sie nehmen nur
Sie beuten die Armen aus
In einer Tour
Wir dürfen für sie putzen, kochen, bauen
Manchmal nicht mal das
Und sie, sie können uns nichtmal in die Augen schauen

Doch morgen, morgen werdet ihr mich sehen
Morgen zeig ich euch
Womit ihr mich täglich straft
Ich werde euch etwas nehmen
Eure Sicherheit, eure Arroganz, eure Süffisanz und Ignoranz
Und geb euch dafür
Angst

Ihr lebt in eurer eignen Welt
Wo jemand wie ich nichts zählt
Für diese Welt hab ich nur eins
Ein Feuerwerk, ihr tut mir leid.

Der Mürbteig

Er gibt mir einen Grund morgens aufzustehen
Er lässt sich auf der Zunge zergehen
Er wartet immer auf mich
Er ist immer da, immer köstlich 

Er ist so zart, so weich und süß
Wenn ich auf ihn verzichten müsst..
Ich wär verloren, wär ohne Sinn
Und vor allem wären all meine Pläne dahin

Was ich mit ihm machen werde, was ich vorhabe
Großartiges, magnifique
So viele Möglichkeiten, er ist so vielseitig 

Er ist mein täglicher Begleiter
Was wär ich ohne ihn?
Offensichtlich.. keine Bäckerin!

Opa wo bist du?

Ganz plötzlich warst du krank
Ganz plötzlich lagst du da
Und vorher warst du einfach hier
Du warst immer irgendwie bei mir

Nie wieder werde ich dein Lachen hören
Nie wieder wirst du dich über mich empören
Oder über andere Dinge
(Über Schlechten Wein oder Hochzeitsringe)

Alle Dinge sind nun vergangen
Wie mit einem dunklen Schleier verhangen
Doch die Zeit mit dir, die bleibt
Und ist für immer in meinem Herzen gefangen

Es bleibt die Erinnerung, viele Erinnerungen!
Und du, du hinterlässt in mir ein Bild
Ein Bild, so schön und bunt
So vielfältig, so lustig und wild

Danke für dieses Geschenk
Ich werde es bewahren
Und danke für deine Liebe
Ich trag sie in die Welt.

Down under /Oxytocin

Es meldet sich
Wie ein kleines Biest das ununterbrochen schreit
Fütter mich fütter mich
Sonst tut es dir leid

Ich will es jetzt sofort und hier
Ich will es so sehr
Gib es mir!
Es wird immer lauter größer stärker
Es wächst und wächst
Es ruft immer lauter
Weit und wild
Verzehrt es sich
Es krampft sich zusammen und entlädt sich
Die Energie weiß nicht wohin, zeigt in eine einzige Richtung nur
Es kriegt nie genug
Je mehr du ihm gibst desto mehr verlangt es
Es zerrt und beißt und heult ohne Unterlass
Es fleht, weint, jammert
Endlos, wie ein grausames Tonband
Es klopft, hämmert ständig an die Tür!
Lass mich rein, öffne dich
Bitte, oh bitte, f.. mich nur!

Die verlorenen Seelen

Ich seh dich ertrinken
Seh dich davontreiben
Werfe Dir ein Seil, einen Rettungsring nach dem anderen zu
Doch du greifst nicht hin
Und ich kann nur
Immer und immer wieder
Probieren
Immer und immer wieder rufen
Kehr um!

Du schwimmst aufs offene Meer
Einem Geist hinterher
Der dich gefangen, klein und mickrig macht
Voll Überzeugung gibst du dich ihm hin
Und merkst nicht
Wie du immer lebloser und lebloser wirst
Immer weniger du selbst
Haltest  fest am Untergang
Aus Sturheit, Überzeugung, irgendeinem Wahn.
Ich weiß nicht wie ich dich retten kann.

Ich hatte dich fliegen sehen
Sah deine Flügel, deinen Schein
In meiner Vorstellung
Wolltest du niemand anders sein
Voll Glanz und Anmut
In deinem echten Selbst
Doch nun hast du dich selbst entstellt
Nun bist du für immer allein in der Welt.

Nun wo dein Herz wird zur
Wüstenlandschaft
Aufgefressen und voll Dornen
Hält dich nichts beim Leben
Denn nichts dringt durch
Nichts, denn ohne Furcht

Ich sehe dich, und du wehrst dich nicht
bist Dir ganz fremd
So weit weg
Ich spüre dich mehr als du dich selbst
Und Verzweiflung, Hilflosigkeit, Entsetzen
Wieso lässt du dich nicht retten
Nimm meine Hand bitte erinner dich
Erinner dich an mich
Und daran wer du bist
Ich liebe dich

Falling

Ich zähle die Tage zähle die Stunden
Wie lange noch? Eine Ewigkeit
Und das alle drei Sekunden

Die Zeit so erbarmungslos
So voller Schmerz, Hoffnung
Und Unsicherheit 

Und es wird immer schlimmer
Immer langsamer immer schrecklicher das Gefühl
Es kommen Gedanken ins Spiel 

Was wenn
Wenn er mich gar nicht will?
Unerträglich allein bei der Vorstellung
Dreht sich wie in Zeitlupe
Der Magen um

Was wenn
Es das für immer war?
Für immer und ein Jahr?

Was wenn
Das nächste Mal
Alles anders ist?

Und was, wiederum
Wenn er auch mich nicht vergisst?

Ich befreie mich
Von Illusionen und Zukunftsvisionen
Sie beengen nur die Optionen

Nur eins ist gewiss
Ich liebe dich, jetzt, unendlich
Und ich hab keine Ahnung was morgen ist.

 

 

Die Tür

Die Tür geht auf
Die Tür geht zu
Nanu wer bist denn du?
Willst du rein?
Lass ich offen?
Oder lass ich’s sein?
Knallt sie sonst zu
Vor deiner Nase
Oder siehst du gar nicht, dass ich
Da steh
Und warte?

Lass ich zu,
Dass sie offen bleibt
Lasst du sie offen
Und ich
Ich bleib übrig
Denn zu hoffen
Du nähmst war
Dass sie vor dir zu war
Ist müßig
Und ich dessen überdrüssig.

Im Wald teilen sich Dachse und Füchse einen Bau
Und bringen sich gegenseitig um.

Es gibt Orte, an denen eine Tür Sinn macht. Wie Garderoben und Duschen.

Wo auch in einer idealen, friedlichen Welt Türen wären.

Und dann gibt es Türen, Tore, Zäune und Mauern, die es in dieser Utopie gar nicht gäbe. Da müssten wir unsere Kinder nicht einsperren.

Wie die Zootiere.

Bad der Liebe

Erwacht in einem Traum
Blieb ich liegen
Verweilte in dem Bad der Liebe
Völlig zufrieden

Ein Gefühl
An eine Person geknüpft
Das Herz wird groß
Es kribbelt in der Brust

Da ist kein Wollen, keine Wehmut oder gar Sehnsucht
Dafür ist gar kein Platz
Denn sie füllt alles aus
Und denkt man an sie

Ist man Freude und Verlangen, das schon
Doch nicht nach Sex, nach ewigem Zusammensein oder dergleichen
Sondern nach Wahrheit, Ehrlichkeit, Anmut
Und mehr

Ihr Lachen, ihre Art mit Menschen umzugehen
Nur es zu sehen
Ist schon schön
Nur sie zu sehen

Süße Distanz
Da ist alles Liebe
Denn mit der Nähe
Kommt das Unperfekte zu Tage
Und das können wir nicht lieben, nur ertragen.

Das Leintuch

Oh seelig meines Herzens Mitte
Wenn auf dies herrlich Weiß ich blicke
Auch nach vielen Nächten noch starr und crisp
Ganz fest verwebt, so leicht und dicht
Macht es auch noch ein Geräusch so schön und feierlich..

Und sinke ich leise in sein luftig Reich
Ziert mein Antlitz sogleich
Ein Lächeln der Freude
Denn es legt sich nicht an und beschwert, sondern berührt nur so zart, wie ein Hauch, die Haut und wärmt
Nie wird es alt, nie wird es..
Kalt.

Nie nutzt es sich ab, es bleibt immer wie am ersten Tag
Feierlich ausgebreitet
Immer da und wartet
Unveränderlich, auf mich
Oh du Stoff des Glücks, du Stück Reinheit, du edle Decke
Was tät ich wenn ich dich nicht hätte!
Ich sag es laut: ich liebe dich!
Denn mit dir
Wird jede Nacht zum Gedicht!

Und strecke ich morgens meine Glieder
Sehe, spüre ich dich wieder
Oh wie du riechst
Nach neuem Tag, nach Schönheit, nach Reinheit und Licht
Ich stehe auf, ganz selbstverständlich
Doch ich
Komme wieder!