Widerstand

Ich atme

Hinter mir die Wand
Stark, unerschütterlich
Die neben mir stehen bleiben für immer an meiner Seite
Ich kann auf sie zählen
Auf ihren Mut, ihre Kraft, ihr Wohlwollen
Es geht langsam voran
Wir sind in Unterzahl
Doch fühlen wir, denken wir, sprechen wir
Die Gestaltlosen kratzen nur an unserer Schale, dringen nie ein
In unser Herz, unser Band, unser Sein

Sind wir auch zerstreut
Und werden verrückt genannt
Weil niemand uns zähmen
Niemand uns aufhalten kann

So bleiben wir immer vereint

Wahrheit und Güte, Vertrauen und Liebe
Nicht immer zu spüren doch immer da
Es ist nicht lang her, dass es gestern war

In leisen Atemzügen
Sind wir lieber allein
Als uns selbst fremd
Und wenn wir uns finden
So wird eine Kraft in uns frei
Die nur schlummert weil unverstanden voll Unheil
Gut oder schlecht sei einerlei
Das Glas halb voll halb leer geht am Thema vorbei
Wir wissen es
Was gar nicht geht, was menschlich oder nicht
Wir wissen es
Was böse, was gemein, was lieb gemeint oder einfach dumm,
Wir wissen es

Und wir
Ohne Worte
Ohne Pakt, ohne Vertrag
Verändern die Welt
Auch wenn niemand uns mag

Mein Herz es klopft
So laut
Lass mich raus, lass mich
Lass die Zwänge los
Lass die dich verbiegen wollen sitzen in ihrem Saft
Lass die nicht an dich glauben ruhen
Lass die dich nicht verstehen hinter dir
Lass die unachtsamen lernen
Lass die gutmenschen böse sein
Lass mich schlagen, kämpfen, schreien
Und ich werde deine Seele befreien.

Ich sehe
Wie Vorwürfe alles zerstören.
Ich sehe
Wie Ratschläge Räder ins Gegenteil drehen.
Ich sehe
Wie fromme Menschen sich ausnutzen lassen.
Ich sehe
Wie Eltern ihre Kinder nicht lieben.
Ich sehe
Wie Maschinen und Menschen Platz tauschen.
Ich sehe
Die Angst vor dem Fall der Maske der Unsensibilität.
Ich sehe
Schuldzuweisungen anstelle von Aufrichtigkeit.
Ich sehe das.

Und ich fühle
Ich fühle
Widerstand.